Zum Saisonstart: Interview mit unserem Abteilungsleiter Lars

Bevor wir als Straßenbahn-Verein richtig loslegen und die Spielzeit 2026/27 damit fußballerisch offiziell eröffnen, haben wir uns ein paar Fragen an Lars Wagemann (LW), Abteilungsleiter Fußball der SG LVB, überlegt.

Admin: Lars, wie groß ist die Freude auf die neue Saison?

LW: Erstmal ist da, offen gestanden, ein bisschen mehr Anspannung. Einfach aus rein organisatorischen Gründen. Aber wenn ab der kommenden Woche auch wirklich alle Nachwuchsteams mit dem Training beginnen und ich dann runter auf die Neue Linie komme und sehe, wie voll es ist und wie alle Kinder und Jugendlichen gegen den Ball treten, dann freue ich mich schon. Dann sehe ich auch, wofür wir das alles machen.

Admin: Neue Spielzeit, neue Herausforderungen mit (vielen) neuen Trainerteams, richtig?

LW: Eine gewisse Fluktuation gibt es immer. Das ist, glaube ich, normal. Aber viele erfahrene Trainer und Trainerinnen bleiben dabei, wenige neue kommen dazu. Wichtig für uns ist aber immer, dass wir vor jeder Mannschaft engagierte Personen haben, die das wirklich gerne machen. Wir haben auch wieder eigenen Nachwuchs für diese Aufgabe gewinnen können. Damit meine ich ehemalige Spieler und Spielerinnen, die mal im Nachwuchs für uns aktiv waren, jetzt in den Erwachsenenteams spielen, aber dennoch Zeit und Lust haben, nebenbei diese doch sehr zeitaufwendige und auch fordernde Tätigkeit zu übernehmen. Das kann man gar nicht genügend wertschätzen.

Admin: Ist die Abteilung weiter gewachsen?

LW: Ja. Was die Mitgliederzahlen betrifft, sind wir mittlerweile bei rund 550 aktiven Sportlerinnen und Sportlern. Wir haben insgesamt 21 Teams, davon 14 im Nachwuchsbereich. Bei den Nachwuchsmannschaften ist jeder Jahrgang vorhanden. Wir sind aber vor allem auch im Juniorinnenbereich gewachsen. Sprich: Es gibt immer mehr Mädchen und junge Frauen, die wir für den Fußball begeistern können.

Admin: Was sind Schwerpunkte für 26/27?

LW: Über allem steht, dass von den Bambinis bis zur Ü40 jeder und jede hier gerne aktiv Fußball spielen soll: Freude und Spaß dabei haben! Aber wir schauen auch immer, wo wir uns verbessern können/wollen. Das Thema Schiedsrichterwesen müssen wir anpacken; die Nebenbaracke aufwerten und teilweise neu gestalten. Den Kostendruck, der durch wegbrechende Fördermittel oder höhere Kosten im Allgemeinen entstanden ist, müssen wir immer im Blick haben. Wir haben sicherlich auch Nachholbedarf in Richtung Vereinsleben. Also, einfach formuliert: die Grundlagen dafür schaffen, dass die SG im wahrsten Sinne des Wortes eine Gemeinschaft ist, zu der man gerne geht, um Sport zu treiben.

Admin: Bleibt die Linie neu oder wird sie noch neuer?

LW: Es passiert gerade sehr viel. Die neue PV-Anlage auf dem Hauptgebäude ist im letzten Jahr in Betrieb gegangen und senkt damit unsere Betriebskosten. Aktuell sind wir mit dem Projekt Mähroboter fertig und planen parallel eine Beregnungsanlage. Die Auswechselbänke wollen wir z.B. auch noch in der kommenden Saison erneuern. Das klingt ambitioniert und ist es auch. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass wir automatisieren müssen und dass Projekte in dieser Größenordnung Geld kosten. Wenngleich das immer Dinge sind, die wir über Fördermittelanträge mitfinanzieren. Infrastruktur hat oft mit Finanzen zu tun.

Admin: Brauchen wir 1. Frauen und 1. Männer als Aushängeschilder?

LW: Wir sind ein klassischer Breitensport- und Stadtteilverein. Wir definieren uns also nicht zwingend über irgendeine Ligazugehörigkeit. Aber ich bin schon auch Sportler und ein Stück weit ehrgeizig. Und wenn man dann auf der einen Seite als aktive Nachwuchsspielerin sieht, dass beispielsweise die 1. Frauen mehr Spiele gewinnen als verlieren, dann will ich doch lieber Teil eines erfolgreichen Teams sein. Und auf der anderen Seite kann das aber auch bedeuten, dass ich als aktiver Spieler der 1. Herren für die Nachwuchskicker ein Vorbild sein möchte.

Admin: Ist der Nachwuchs im Aufschwung oder geht’s einfach stabil weiter?

LW: Das sieht alles in allem sehr gut aus. Da gibt es Jahrgänge, die einfach herausragend gut sind, was sich vielleicht auch in den Ergebnissen oder in Tabellenständen widerspiegelt. Wer gewinnt nicht auch gerne mal einen Pokal oder eine Meisterschaft. Aber viel wichtiger ist mir die Entwicklung der einzelnen Spieler und Spielerinnen. Es kommt ja nicht von ungefähr, dass wir zur neuen Saison schon viele Jungs aus der A-Jugend mit in die 1. Herren nehmen konnten. Das bedeutet aber nicht, dass das immer unbedingt das Ziel sein sollte, und das das am Ende auch so kommt.

Admin: Wo willst du hin, wo wollen wir hin?

LW: Ich habe nicht umsonst quasi das Projekt „2030“ ausgerufen. Ich bin schon davon überzeugt, dass wir vieles sehr gut machen. Aber wir dürfen nie stillstehen, sollten wach bleiben und immer nach vorne schauen. Was wollen, was müssen wir wie entwickeln? Dazu gehören die beschriebenen Dinge wie die Investitionen in die „Neue Linie“, solide Finanzen und wieder mehr Vereinsleben. Aber vielleicht haben wir in ein bis zwei Jahren auch das eine oder andere ambitionierte Team, das Bock auf richtig guten Fußball hat. Und wenn dann zum Beispiel die 1. Herren mal wieder Landesklasse spielen, wäre das doch ein sichtbares Zeichen dafür, was wir erreichen können.

Admin: Zum Schluss ein Motivationsspruch vom Trainer Lars (der du ja sehr lange warst)!

LW: Auftrag ist klar? – Das muss zwingend als Frage formuliert sein, um den ein oder anderen Sportler Sonntagmorgen um 10:30 Uhr auf dem Sportplatz daran zu erinnern, dass es jetzt losgeht. 😉

Vielen Dank dir, wir freuen uns drauf!